«Ala Kachuu» - kirgisisch: Nimm und lauf!

Eine Frau wird auf offener Strasse gepackt, in ein Auto gezerrt und verschleppt.
Kurz darauf ist sie mit einem der Männer verheiratet.

Ich habe erstmals vom Thema Brautraub gehört, als ein Freund mir nach einer längeren Reise durch Kirgistan davon berichtete. Ich konnte nicht fassen, was er mir erzählte. Seine Schilderungen haben mich nicht mehr losgelassen. Ich begann zu recherchieren und erfuhr, wie weit verbreitet dieser Brauch ist. Ich sprach mit Kirgisinnen, durfte ihre Erlebnisse erfahren und konnte immer tiefer in eine Welt eintauchen, die mir bis dahin sehr fremd war.

Aufgewachsen mit dem Privileg, meine Meinung frei äussern zu können, wird mein «Nein» in der Regel respektiert. Als Regisseurin wurde es zu meiner Herzensangelegenheit, meine Stimme den Frauen zu leihen, die aus Angst vor Stigmatisierung stumm bleiben. Mit dem Medium Film möchte ich ihnen ein Sprachrohr geben. Ihre Geschichten sollen gehört werden.

Über zwei Jahre habe ich recherchiert, mich informiert und geschrieben.
ALA KACHUU – Take and Run ist eine fiktive Geschichte, die auf den wahren Schicksalen vieler kirgisischer Frauen basiert. Der Film soll auf das Thema Brautraub aufmerksam machen und dazu beitragen, dass das «Nein» einer Frau keine Schande mehr für sie bedeutet.

Denn egal aus welchem Land wir kommen, haben wir etwas gemeinsam: wir sollten keine Angst haben müssen «Nein» zu sagen. Und wenn wir es sagen, sollte es gehört werden.

 

Maria Brendle, Autorin & Regisseurin

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